Sun Übernahme – ein paar Gedanken

Nun ist es endlich geschafft. oracle hat sich die Sonne einverleibt. Es bleibt recht spannend. Es gibt noch keine Aussagen zum JCP und vor allem die Testsuites für das JDK. Wer die Testsuites für das JDK kontrolliert, kontrolliert die Java Entwicklung. Das sorgte bereits in der Vergangenheit für einigen Unwillen, war aber noch relativ unproblematisch mit der „Non Profit Organization“ Sun. Oracle ist da schon ein anderes Kaliber. Der Punkt wird entscheidend sein für ein weiteres Java Engagement der Großen.

Glassfish wird weiterhin die Referenzimplementation bleiben. Das war auch zu erwarten. Es soll auch weitervertrieben werden für unkritische Anwendungen. Wie weit sich das auf den Clustersupport und OpenESB auswirkt bleibt abzuwarten.

Netbeans soll insbesondere für die Entwicklung für Mobile Endgeräte erhalten bleiben. UML und BPEL Support sind ja bereits seit einiger Zeit aus Netbeans verschwunden und werden so ziemlich sicher nicht wieder auftauchen.

Das angekündigte Oracle Konzept von der Hardware/Software Blackbox – also der Kiste, die ich einfach nur an Netz und Strom anschließe klingt für viele von meinen Kunden extrem gut. Klar, die sind komplett geschädigt von Lösungen, die mit einer Hundertschaft von Consultants kommen. Dass das nicht ganz billig ist auf Dauer, kann man sich vorstellen.

Das Problem bleibt aber: Egal, ob ich meine Lösung „live“ von einer Armee Externer stricken lasse oder eine fertige Appliance kaufe – die Kontrolle befindet sich außerhalb meiner IT. Wenn etwas schief geht, bin ich auf Hilfe angewiesen und ein Umstieg von einem geschlossenen System zu einem anderen ist üblicherweise teuer. Keiner meiner externen Anbieter hat ein Interesse daran, mir den Umzug zu einem anderen Anbieter leicht zu machen. Es wird jedenfalls sehr interessant zu beobachten sein, wie sich die beiden Großen bei den Großkunden duellieren werden. 🙂

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